Freitag, 20. Juni 2014

"Flockenblumen" aus NORO

Schon vor unserer Reise entlang der Seidenstrasse strickte ich ein Paar Pulswärmer für mich. Ganz ohne Muster, dafür recht auffällig in der Farbe und ungleich dazu. Das passt doch perfekt zu meinen Händen, die sind ja auch ungleich!



Heute nun leisteten sie mir genau den Dienst, für das ich sie gestrickt habe - zum Wandern. Ich mag es einfach und finde es total praktisch, denn so muss ich zur Bluse bloss die Pulswärmer anziehen, und kann den Pullover zuhause lassen. Beim Bergaufsteigen und genügend Wärme, sind sie schnell ausgezogen und verstaut. Zur heutigen kurzen Wanderung ging es in den Kanton Glarus. Der Höhenweg von Obererbs bis Ämpächli ist auf einer Höhe von rund 1600 m ü. M. und dazu benutzten wir zuerst den Bus von der Talstation Sportbahnen Elm aus. Der Bergfrühling zeigte sich hier oben von seiner schönsten Seite und die Wiesen standen in voller Blütenpracht.


Die Sonne zeigte sich zwar wenig, aber die vielen Blumen machten alles wett. Sogar das Martinsloch zeigte sich deutlich, immer wieder zogen jedoch Nebelschwaden den Berg hoch und die Fotos sind ungeniessbar. Jetzt kam dafür die Gelegenheit, die frisch eingeweihten Pulswärmer zu fotografieren.

"Flockenblumen"

Material: NORO Kureyon Sock Yarn, 70 % Wolle, 30 % Nylon
Nadeln: 2.5 mm

Anschlag 48 Maschen, 
2 cm hoch 1 M re, 1 M li,
13 cm hoch glatt rechts,
in nächster Runde 10 M zunehmen,
= 58 Maschen,
3 cm 1 M re, 1 M li,
locker abketten.

Bei so vielen Berg Flockenblumen musste nun das Paar auch diesen Namen erhalten, farblich passt es sogar bestens finde ich. Zuerst war ich ein wenig skeptisch, ob ich das nicht gerade feinste Wollgarn an meinen Handgelenken wohl leiden mag. Und wie - sie blieben sogar auf der ganzen Heimreise auf der Haut und ich mag sie jetzt schon sehr. Es hätte ja von diesem 100 g Strang noch recht viel übrig....


....und nicht vergessen: So ein Glarnerpastetli zum Kaffee musste einfach sein. Jetzt stimmt einfach alles :).

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Donnerstag, 19. Juni 2014

Rundreise Teil 2 - Usbekistan

Die Zeit vergeht und die sehr vielen Fotos unserer Reise sind durchgesehen, zum Teil bearbeitet und das Fotobuch bestellt. Nach einigen Eindrücken von Kirgistan hier nun einiges aus Usbekistan. Da durften natürlich die Besuche von Basaren nicht fehlen, neben den vielen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt Fergana ist kultureller Mittelpunkt des Gebietes mit vielen Hochschulen und Theater. Im Ferganatal (Margiland) ist die hauptsächliche Seidenindustrie des Landes und da wurden uns die Geheimisse der Produktion und Verarbeitung der Seide gezeigt.

(Beim Klick auf die Bilder werden diese grösser angezeigt.)

links: Seidenraupe, kurz vor der Verpuppung
rechts: Maulbeerbaum mit essbaren Beeren

Als nächster Schritt dann wird aus den Cocons die Seidenfäden gezogen und aufgewickelt.

vom Seidencocon zum Seidenfaden

Gefärbt wird die Seide dann zum Teil mit Pflanzen oder mit Säurefarben.

Pflanzengefärbt

Was ich da zu sehen bekam, war schon erstaunlich. In der Färberei wurde tatsächlich grosse Kessel noch mit Holz eingefeuert und in einer Badewanne die Strangen eingeweicht.


Die gefärbte Seide wird mit ihren traditionellen Ikat Mustern zu Tüchern, Schals und Stoffen verwoben, vieles von Hand oder dann auch an Maschinen. Die Maschinen stammen noch aus der Stalin-Zeit und liessen sogar mich als Laie ins Schwärmen bringen :-).

In Rishtan durften wir in einer Töpferei ganz köstlich zu Mittag essen und dann beim Töpfern zusehen.

Impression aus der Töpferwerkstatt

Weiter ging es mit einem kurzen Flug in die 3 Millionenstadt Taschkent. Mit einem Umweg, weil Kasachstan dazwischen liegt, fuhren wir etwa 320 km weiter nach Samarkand. Auf den Feldern wird viel Baumwolle angepflanzt, obwohl das schon länger bekannte Umweltschäden hinterlässt. Die Baumwollpflanzen müssen wegen der frostigen Winter jedes Jahr neu gepflanzt werden und brauchen sehr viel Wasser. Die Düngemittel werden so ausgeschwemmt und bleiben auf den Böden. Ein sehr interessantes Thema, über das ich schon vor der Reise einiges gelesen hatte. Durch die usbekische Reiseführerin bekamen wir auch dahin gehende Informationen, und nicht bloss über all die Glanzseiten des Landes. Baumwolle ist immer noch der wichtigste landwirtschaftliche Exportartikel.

Gleich neben der Bibi Khanum Moschee in Samarkand hatten wir unser erst seit 50 Tagen geöffnetes, wunderschönes Hotel. Die Moschee wird am Abend beleuchtet  und so liessen wir uns auch das nicht entgehen (Bild ganz unten). Die Innenstadt von Samarkand ist eine der ältesten Städte der Welt und UNESCO Weltkulturerbe.

 oben und unten: Samarkand
Mitte: Buchara, Chiwa, Samarkand


 Junge usbekische Frauen und ihre Kinder

Ganz offen und so herzlich waren die Usbeken gegenüber uns Touristen. Sie freuten sich offensichtlich und baten uns um ein Foto, waren aber nie aufdringlich. So durfte auch ich von ihnen ein Bildchen machen. Wenn die Frauen ausser Haus gehen, kleiden sich immer sehr schön, möglichst noch mit Glitzer.


Ja, ja, natürlich können die Frauen auch stricken! Von wunderschönen Lace-Tüchern bis zu Handschuhe, von handgesponnenem und gefärbtem, von Schaf- bis zu Kamelwolle und Seide, alles wird angeboten. Wir hatten Temperaturen über 30° Grad, aber im Winter wird es da auch bitterkalt und die warmen Sachen werden getragen.

Markt in Buchara

Gewürze - wie könnte es im Orient anders sein - werden an jedem Markt angeboten. Nüsse, getrocknete Früchte, frisches Gemüse und Fleisch, Brot, daneben alles andere was man sonst noch braucht, wird auf dem Basar gekauft.


Auch die Kleider und traditionellen Hüte der Männer werden angeboten, und auch selbstverständlich getragen.


Viele, reich geschnitzte Holztüren und Fenster habe ich gesehen und fotografiert. Zudem viele blaue Kacheln in allen Varianten und Muster - einfach wunderschön. Einige könnten ja jetzt zuhause in Stoff umgesetzt werden, schliesslich verwenden die Usbeken die ganz alten Mustervorlagen auch für ihre Seidenteppiche!


 Registan in Samarkand, Tillakori-Medrese

Der Registan (wörtlich übersetzt: Sandplatz) ist das bekannteste Symbol Usbekistans. Die Sherdor-, Tillakori- und Ulug'bek-Medrese liegen um den Platz 

Nach den faszinierenden Besichtigungen in Samarkand ging unsere Reise weiter nach Buchara und Chiwa. Beides wieder Orte voller kultureller Höhepunkte. 


Fahrt durch die Wüste Kyzyl Kum, mit Halt in einer Oase.

  
Die wieder aufgebaute Stadtmauer von Chiwa. Eigentlich ist die ganze Altstadt ein Museum.


Zum Schluss noch dieses Bild von einem Halo, einem Lichteffekt, gesehen in Chiwa. Für mich war sogar das ein Novum. 

Am Ende der Rundreise fuhren wir wieder nach Taschkent, um von dort wieder über Istanbul nach Hause (Zürich) zu fliegen.


Jetzt hat mich der Alltag wieder, einige Maschen (mit selbst gefärbter Seide) sind genadelt, die Fenster geputzt (danke Harro für den Tipp). Ich weiss jetzt schon, diese Reise bleibt für mich unvergesslich.

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